Die Bad Homburger Orgellandschaft

Die erweiterte Sauer-Orgel der Erlöserkirche verkörpert den Orgeltyp der Jahrhundertwende mit seiner dynamisch reichhaltigen Palette von Grundtonregistern. Durch die Schwellvorrichtungen drei Manualen kann die Lautstärke der Register dieser Manuale stufenlos verändert werden, was die Ausdrucksfähigkeit der Orgel wesentlich vergrößert.

Repräsentiert diese Orgel die wilhelminische Ära und die musikalische Epoche der Spätromantik, so ermöglicht es die zweite Orgel der Kirche, die Neue Bach-Orgel, ältere Orgelmusik im passenden Klang darzustellen. Sie ergänzt dadurch die Sauer-Orgel, denn auf dieser ist beispielsweise das stilgerechte Spielen älterer Orgelmusik, etwa der Werke J. S. Bachs, schwerlich möglich. Deshalb und speziell für diesen Zweck ließ die Gemeinde die zweite Orgel bauen. Ihre Disposition greift auf die Disposition einer Orgel von 1742 in Bad Berka (Thüringen) zurück, die von J. S. Bach entworfen worden ist.

Eine Besonderheit der Bürgy-Orgel der Schlosskirche besteht in der Anlage eines Werks als Echo. Das Echo war in der Barockmusik überhaupt ein beliebter Effekt. Viele größere Orgeln der mittelrheinischen Region hatten ein Echowerk wie die Bad Homburger. Stilistisch ist die rekonstruierte Bürgy-Orgel der Schlosskirche dem Spätbarock verpflichtet. Sie repräsentiert die Zeit, in welcher Bad Homburg Residenz des Landgrafen war und erfüllt durch den Wunsch nach Repräsentation, nicht nur vom Landgrafen ausgehend, sondern auch von der wohlhabenden Bürgerschaft.

Die katholische St. Marienkirche bekam als Erstausstattung im Jahre 1906 eine Orgel der Firma Klais in Bonn mit 29 Registern und 2 Manualen, die 1938 klanglich umgestaltet wurde. 1975 wurde durch die gleiche Firma eine neue Orgel errichtet, die eine Verbindung von Romantik und Moderne dadurch anstrebt, daß eine Anzahl von Registern aus der Orgel von 1906, aber auch 1938 eingefügt und in das neue Werk übernommen wurde.

 

Die Orgeln

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